1. Tag – Grün satt

Strecke: Stara Fuzina (551m) – Dvojno Jezero (1685m)

Wie anfangen… ich sitze in der Hütte Koča pri Triglavskih jezerih und warte darauf, dass die Schlange für den Kaffe kürzer wird. Es ist also eigentlich schon der zweite Tag, der eben begonnen hat. Gestern bin ich erst um 17 Uhr losgegangen und war gegen 21 Uhr hier oben. Ich habe dann auf der Hütte nur noch eine Suppe gegessen und mir dann einen Platz zum biwakieren gesucht. Es war wirklich ein vier Sterne Biwak, oder besser gesagt, ein 1000-Sterne Biwak. Direkt am See, wunderschön ruhig, fern von der Hütte, aber nah genug um jetzt einen Kaffee zu kriegen. Und der Sternenhimmel gestern war ein sehr herzliches und strahlendes Willkommen für mich hier oben. Ich bin dankbar. Dankbar, dass es jetzt endlich losgegangen ist. Dankbar, dass ich mir diese Zeit nehmen darf und kann.

Der Weg hier hoch gestern war sehr angenehm und unschwierig. Es ging zumeist auf einem kleinen Pfad durch grüne, satte Wälder. Immer wieder gab es längere Passagen die einfach recht eben dahin gingen, wofür ich dankbar war. Die letzten stressigen Tage, die Zeckenimpfung und der Schlafmangel sitzen mir noch in den Knochen und an den Rucksack muss ich mich auch noch gewöhnen. Wirklich beeindruckend sind hier die ganz unvermittelt auftauchenden kleinen Hütten in grünen Tälern, die von einzelnen Bergurlaubern anscheinend gemietet werden können. Sie sind wirklich wunderschön und ganz einfach. Da passen die z.T. laut biertrinkenden Männer davor gar nicht so recht dazu. Aber schon bin ich wieder um eine Ecke des sich windenden Pfads und es ist als wäre da nie eine Hütte gewesen. 

Rhythmus. Das Thema dieser Etappe. Ich schätze ich werde noch ein paar Tage brauchen, um da anzukommen. Im Moment hänge ich noch ganz im Pragmatismus. Was ich noch alles tun muss, wem ich schreiben muss, warum der GPS Track auf meiner Uhr sich nicht anzeigen lässt, wieviele Fotos ich mir am Tag „erlaube“ damit ich am Ende nicht vor über 1000 Fotos sitze usw. Aber ich bin ganz zuversichtlich. Yoga am See heute morgen hat mir schon einen Vorgeschmack gegeben. 

Heute gehe ich auf den Triglav. Falls es sich zeitlich ausgeht. Wenn nicht, dann gehe ich eben morgen auf den Gipfel. Das Wetter ist einladend. Und jetzt hole ich mir einen Kaffee. Die Slowenen sind früh auf und früh ausgeflogen. Es ist 8:15 und die Hütte ist schon fast leer.

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