32. & 33. Tag – Sauna, Schreiben, Schnee

Ort: Mals

Ich komme hier nicht weg. Auf allen Wegen, die ich begehen will ist erhebliche Erdrutschgefahr und das Wetter ist anhaltend beschissen. Es schüttet, es gewittert manchmal, es ist exht unangenehm kalt und es schneit bis auf 1800 Meter runter. Alle Berge sind jetzt oben weiß, nicht mehr nur der Ortler.

Ich habe also schweren Herzens entschieden nach dem dritten auch noch einen vierten Tag im Tal dran zu hängen. Es hatte sich aber eh vieles angesammelt worum ich mich kümmern muss. Es gibt einige Artikel zu schreiben, Emails zu beantworten, weiter die Route zu planen und ein paar wichtige Telefonate schiebe ich jetzt auch schon länger auf. Da das Wetter genau zu diesen Aktivitäten einlädt und mir Stanis netterweise seinen Laptop geliehen hat, sitze am Bildschirm anstatt durch das Schneegestöber da oben zu laufen.

Gestern Abend waren wir in der Sauna von Laatsch, die beste Idee für die vollständige Wiederaufladung der Akkus. Unterwegs dort hin gab es ein wunderschönes Wetterschauspiel, das man aus dem Autofenster beobachten konnten. Auch wenn der Bewegungsdrang jetzt immer größer wird und ich irgendwie unruhig bin, weil die Strecke ja nicht kürzer wird, fällt es mir richtig schwer, dieses Mals zu verlassen. Ich habe mich verliebt in diese Region, diesen Ort, diese Mensachen. 

Jetzt sitze ich beim Frühstück meines 33. Tages. Der 3. Tag in Mals. Das Wetter ist immernoch scheisse. Der Wecker hat gefühlt alle 30 Sekunden geklingelt. Und jedes Mal hat es draußen immernoch geregnet. Regen, Regen, Regen. Das Aufstehen war noch nie so schwer.

Laut Wirt oben auf der Hütte schneit es quer. Die Uina Schlucht, durch die ich heute gehen wollte, wurde gestern angeblich geschlossen. Morgen muss das gute Wetter aber dann eine dreifache Etappe hergeben. Denn in einer Woche muss ich bis Davos gelaufen sein, weil dort ein Paket mit Kocher und Essen auf mich wartet. Mein Track über die Berge zeigt mir mit 184km und 13.000hm hoch bzw. 11.000hm eine Strecke an, die dazu „einlädt“ nicht zu viel zu verweilen. Mit dem Auto sind es von Mals läppische 84km, da dauert der Spaß eine Stunde. Aber auf Asphalt und in einer stinkenden Blechkiste. Außerdem darf man so darüber gar nicht nachdenken. Hmmm. Grrrr. Mpffff. Arggggg. 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s