48. Tag – Herzlicher Abschied

Strecke: Binntalhütte (2269m) – Binn (1400m) – Brig (700m) – Visp (700m) – St. Niklaus (1100m)

Es war eine gute Nacht und ich bin um 7 Uhr sehr ausgeruht aufgewacht. Draußen war alles in Rauhreif und dichten Nebel gehüllt und es sah wunderschön aus. Allerdings war es mir genug, das von drinnen vom Fenster aus zu betrachten. Dann habe ich eine lange und wohltuende Yogasession im leeren Lager gemacht und wieder mal gespürt, dass mein Körper doch hier und da ächzt und sich über ungewohnte, entspannende und kreisende Bewegungen sehr freut. Wie so oft habe ich mir vorgenommen mir noch konsequenter wirklich jeden Morgen Zeit für Yoga, Terraband oder Blackroll zu nehmen. 

Bernadette und Heidi haben mich zum frühstücken eingeladen. Es war so gemütlich mit ihnen in der Küche zu sitzen, während sich draußen langsam der Nebel gelichtet hat. Das Losgehen ist mir richtig schwer gefallen, so schön war es in der Hütte und mit den beiden liebevollen Frauen. Ich hoffe, dass ich auch sie einmal wieder sehen werde. Bernadette hat mir zum Abschied gewünscht, dass die Heimkehr nicht so hart wird. Das war wirklich schön und bemerkenswert, weil mir das selbst so viel im Kopf rumgeht. Meistens wird mir Gesundheit und gutes Wetter für den restlichen Weg gewünscht, was natürlich auch schön und wichtig ist. Aber manchmal glaube ich, dass ich Bernadettes gute Wünsche viel mehr brauchen werde. Die Beiden haben mir noch Tee, Kuchen und Schokoriegel eingesteckt und ich habe mich ein bisschen gefühlt wie ein Schulkind, als ich die Hütte verlassen habe.

Die Luft war klar und leicht, und der Abstieg durch das wunderschöne Binntal hat mir großen Spaß gemacht. Die Sonne war hell und warm, und wider erwarten war kaum eine Wolke zu sehen. In den kleinen Dörfern unterwegs schien die Zeit stehengeblieben zu sein. Es war eine Idylle wie im Bilderbuch, die aber nicht fake, sondern wirklich schön war. Die wenigen Anwohhner denen ich begegnet bin, strahlten eine ungemeine Zufriedenheit aus und bewegten sich scheinbar langsamer als anderswo. Eine Frau erzählte mir, dass sie gerade aus der Messe komme und jetzt zum Mittagessen gehe. „Erst etwas für den Herrgott getan und jetzt was für den Magen…“

Nachmittags bin ich per Autostopp nach St. Niklaus gefahren. Couchsurfing sei Dank habe ich in dieser kleinen Ortschaft eine sehr nette Bleibe bei der Globetrotterin Patricia gefunden. Eigentlich wollte ich ein Tal weiter im Osten (Saastal) wieder einsteigen, so dass die Autostrecke wirklich nur eine „Korrektur nach Süden“ ist. Aber dann habe ich gesehen dass die aktuell machbare Strecke vor allem durch Skigebiet führt und ich dachte auch daran, dass das Wetter ja Mitte der Woche wieder gut werden soll. Dann will ich lieber ja etwas Weg sparen, um dort mehr Zeit für (hoffentlich) Hochtouren zu haben. Ich bin gespannt wie es morgen weitergeht. Zunächst plane ich einmal wetterunabhängig möglichst bis zur Turtmannhütte zu kommen. 

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